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*Rechtlicher Hinweis

Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht.

Ihr Ansprechpartner

  • Kassenärztliche Vereinigung Sachsen
    Bezirksgeschäftsstelle Chemnitz
    Frau Kühnel
    Tel.: 0371 2789-452
    verordnung.chemnitz
    @kvsachsen.de


    Bezirksgeschäftsstelle Dresden
    Frau Simon
    Tel.: 0351 8828-262
    verordnung.dresden
    @kvsachsen.de


    Bezirksgeschäftsstelle Leipzig
    Frau Schulz
    Tel.: 0341 2432-135
    verordnung.leipzig
    @kvsachsen.de

  • Kassenärztliche Vereinigung Thüringen
    Folgende Telefonnummern bei Fragen:
    -  zur Einschreibung
       Tel.: 03643 559-748
    -  zum Vertrag
       Tel.: 03643 559-132
    -  zur Verordnung
       Tel.: 03643 559-776
    -  zur Abrechnung
       Tel.: 03643 559-486
    -  zur IT-Schnittstelle/KV-SafeNet
       Tel.: 03643 559-109
    armin.info@kvt.de

Häufige Fragen

Allgemeine Fragen

Wie erfolgt die Einschreibung in den Vertrag?

Dazu muss die folgende Teilnahmeerklärung ausgefüllt und an die zuständige KV gesendet werden (möglichst per Fax). Den Link zur Teilnahmeerklärung finden Sie im rechten Rand zum Download.

Welche Voraussetzungen muss man als Arzt erfüllen, um an ARMIN teilzunehmen?

Um sich in den Vertrag einschreiben zu können, müssen Sie als Haus- oder Facharzt in Sachsen oder Thüringen tätig sein. Des Weiteren wird die Verwendung eines zertifizierten Praxisverwaltungssystems (PVS) inklusive der – von der AOK PLUS zur Verfügung gestellten – IT-Vertragsschnittstelle vorausgesetzt. Mit Beginn des Modul  wird die Anbindung an das sichere Netz der KVen via KV-SafeNet* verpflichtend.

Welche Voraussetzungen muss der Patient erfüllen, damit er an ARMIN teilnehmen kann? Wie schreibt man Patienten für das Modul 3 ein?

Wichtig ist, dass Patienten nur für das Modul 3 (Medikationsmanagement) eingeschrieben werden. Alle AOK PLUS-Versicherten, die von einem am Modell teilnehmenden Arzt behandelt werden, sind von den Modulen 1 (Wirkstoffverordnung) bzw. 2 (Medikationskatalog) automatisch umfasst. Informationen zum Einschreibeprozedere des Moduls 3 sind in der Rubrik Patienten zu finden.

Was ist S3C?

S3C steht für „Selektivvertrag Standard Schnittstelle Consortium“. S3C ist keine eigenständige Software, sondern eine Schnittstelle, die es den PVS-Herstellern ermöglicht, eine allgemeine Schnittstelle für Selektivverträge in ihren eigenen PVS zu programmieren. Die S3C-Schnittstelle entstand auf Initiative der AOK PLUS. Über die Auswahl der konkret im Modellvorhaben zur Anwendung kommenden Funktionalitäten (Modul 1 – 3), die mit der S3C-Schnittstelle angesprochen werden können, entscheiden die KVen, die Landesapothekerverbände und die AOK PLUS einvernehmlich. Nähere Informationen sind in der S3C-Broschüre zu ARMIN und unter www.gevko.de zu finden.

Wie findet man heraus, ob das eigene Praxisverwaltungssystem (PVS) die S3C-Schnittstelle unterstützt?

Eine aktuelle Liste aller PVS-Hersteller, welche S3C umsetzen, ist unter folgender Rubrik zu finden: IT-Umsetzung > Zertifizierte-Primärsysteme 

Was ist KV-SafeNet* und wie funktioniert es?

Anbieter von Telekommunikationsdiensten (Provider) werden in einem aufwändigen Verfahren zertifiziert, um die strengen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit im Gesundheitswesen sicherzustellen. Diese zertifizierten Provider dürfen Ärzte an die KV anbinden. Die Ärzte und die Provider werden Vertragspartner. Mittels eines Zugangsgerätes baut der KV-SafeNet*-Teilnehmer (Arztpraxis) verschlüsselte VPN-Verbindungen (Virtual Private Network) zum Rechenzentrum der jeweiligen KV auf. Diese VPN-Verbindungen basieren auf Techniken und Protokollen des Internets, werden aber durch hochwertige Sicherheitsmechanismen vom öffentlichen Internet getrennt. Dafür kann vorzugsweise ein vorhandener DSL-Anschluss genutzt werden, der für zukünftige Online-Dienste die nötige Bandbreite bietet. Ebenso ist KV-SafeNet* über ISDN oder UMTS in Gebieten möglich, die noch nicht vom DSL erschlossen sind. Die Anbindung der Arztpraxis erfordert keinen Zweitrechner, d. h., der Rechner, auf dem auch die Praxissoftware läuft, kann bedenkenlos an das KV-SafeNet* angeschlossen werden.

Nähere Informationen dazu: www.kvsachsen.de > Aktuell > Online-Initiative > KVS-SafeNet

Ist die Übermittlung der Daten sicher?

Ja. Eine Datenübermittlung wird es nur in dem Modul 3 des Modellvorhabens (Medikationsmanagement) geben. Dabei werden wichtige Informationen zur Medikation und der Medikationsplan des Patienten zwischen betreuendem Arzt und betreuender Apotheke mit Hilfe eines, im sicheren Netz der KVen, befindlichen Servers ausgetauscht. Die Datenschutzkonformität dieses Prozesses lassen sich die Vertragspartner vor dem Start des Moduls 3 durch das Gutachten eines Landesdatenschützers bestätigen.

Worin besteht der Nutzen für Patienten?

Alle AOK PLUS-Versicherten eines an ARMIN teilnehmenden Arztes werden durch die Wirkstoffverordnung nicht mehr von den verschiedenen Präparatenamen irritiert sondern können sich auf den Wirkstoffnamen konzentrieren, den sie   immer auf der Arzneimittelverpackung wiederfinden. So werden versehentliche Doppeleinnahmen (z.B. Ramihexal, Ramilich, Delix®) vermieden. Durch die in ARMIN geltenden modifizierten Abgaberegelungen können Apotheker bei Arzneimitteln ohne bestehenden Rabattvertrag eine stetige Versorgung mit dem gleichen Präparat sicherstellen, um die Therapietreue zu fördern. Alle AOK PLUS-Versicherten eines an ARMIN teilnehmenden Arztes profitieren durch die Nutzung des Medikationskataloges von einer Arzneimitteltherapieempfehlung der höchsten Evidenz.

Eine leitliniengerechte Arzneimittelpriorisierung, Interaktionsprüfungen, intensive Beratungsgespräche zur Arzneimitteltherapie insgesamt und zur Anwendung der einzelnen Medikamente,  sowie die Erstellung und kontinuierliche Pflege eines individuellen Medikationsplanes (einschließlich der Selbstmedikation), gehören zum ARMIN-Standard. Dadurch erhöht sich die Arzneimitteltherapiesicherheit. Die Therapietreue der Patienten steigt.

Kann der an ARMIN teilnehmende Patient seine Rezepte in einer anderen als in der ihn betreuenden Apotheke einlösen?

Mit der Teilnahme an ARMIN bindet sich der Patient an seinen betreuenden Arzt und seine betreuende Apotheke. Er verpflichtet sich, grundsätzlich immer dieselbe Apotheke aufzusuchen, da nur so eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet ist. Das Aufsuchen einer anderen Apotheke, z. B. im Notfall/Urlaub, bleibt möglich.

Was passiert, wenn die Apotheke den Patienten einschreibt, der vom Patienten vorgesehene betreuende Arzt aber nicht an ARMIN teilnimmt?

Für eine wirksame Patienteneinschreibung werden sowohl eine betreuende Apotheke als auch ein betreuender Arzt (vornehmlich Hausarzt) benötigt, die beide ARMIN-Teilnehmer sind.

Können auch Fachärzte an ARMIN teilnehmen?

Ja. Auch Fachärzte können an ARMIN teilnehmen. Dies ist im Hinblick auf die Wirkstoffverordnung und den Medikationskatalog für den Patienten sinnvoll und ausdrücklich erwünscht. Allerdings sind Fachärzte nur im Ausnahmefall als betreuender Arzt im Medikationsmanagement vorgesehen. Von daher ist es verständlich, wenn sich viele Fachärzte angesichts der dauerhaft anfallenden Kosten für die benötigte IT-Vertragsschnittstelle nur dann für ARMIN entscheiden, wenn ihr Verordnungsspektrum wesentlich von den Wirkstoffen geprägt wird, die in der Wirkstoffliste und dem Medikationskatalog enthalten sind.

Kommt ARMIN ausschließlich für Patienten in Frage, die mindestens fünf Wirkstoffe einnehmen?

Zu beachten ist, dass die Module 1 (Wirkstoffverordnung) und 2 (Medikationskatalog) für alle AOK-Versicherten eines an ARMIN teilnehmenden Arztes umgesetzt werden. Für diese Module bedarf es keiner Versicherteneinschreibung.

Voraussetzung für die Teilnahme des Versicherten am Modul 3 (Medikationsmanagement) ist die gleichzeitige Arzneimitteltherapie mit mindestens fünf  Wirkstoffen mit systemischer Wirkung in der Dauermedikation. Dazu zählen nicht:

  • Akuttherapie mit Antiinfektiva oder mit Wirkstoffen zur Behandlung von Schmerzen,
  • Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen mit geringem Risikopotential (z. B. Anthroposophie, Homöopathie, Phytotherapie).

ABER: Arzt und Apotheker dürfen auch Patienten mit weniger Medikamenten einschreiben, wenn aus ihrer Sicht eine unzureichende, aber beeinflussbare Therapietreue bei Patienten mit mehreren Wirkstoffen in der Dauermedikation vorliegt.

(Siehe Vertrag § 3 Abs. 4)

Darf der Arzt bestimmte Apotheken empfehlen?

Nein, der Patient wählt die Apotheke selbst aus, denn er soll frei entscheiden.

Darf der Apotheker einen bestimmten Arzt empfehlen?

Nein, der Patient wählt den Arzt selbst aus, denn er soll frei entscheiden.

Warum können Pflegeheimpatienten nicht für das Medikationsmanagement eingeschrieben werden?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, ein Medikationsmanagement auch für Pflegeheime anzubieten. Da Patienten in stationärer Pflege in aller Regel durch das Heimpersonal in der Anwendung ihrer Arzneimittel unterstützt werden, müssen Angebote dies entsprechend berücksichtigen. Die betreuenden Ärzte und Apotheker müssen vor Ort gemeinsam mit dem Pflegepersonal agieren. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hierbei ausschließlich auf der Arzneimitteltherapiesicherheit und nicht wie bei ARMIN auch auf der Verbesserung der Therapietreue. Auch ein Medikationsmanagement in Pflegeheimen ist sinnvoll und Nutzen bringend. Da es sich aber in seiner Ausgestaltung deutlich von dem Konzept in ARMIN unterscheidet, muss es separat entwickelt und umgesetzt werden.

Die Medikamente für Pflegeheimpatienten werden meist durch das Heimpersonal gestellt und über bestehende Versorgungsverträge regelmäßig einer Interaktionsprüfung durch die versorgende Apotheke unterzogen. Somit sehen die Vertragspartner aktuell keinen unmittelbaren Ansatzpunkt zur Verbesserung der Compliance.

Was ändert sich bei  in ARMIN eingeschrieben Patienten, wenn diese ins Pflegeheim kommen?

Laut Vertrag endet dann die Teilnahme des Patienten an ARMIN, da die Teilnahmevoraussetzungen nicht mehr erfüllt sind.

Wie funktioniert das Herausrechnen aus dem Richtgrößenvolumen?

Es werden alle abgegebenen Rabattvertragsarzneimittel mit generikafähigen Wirkstoffen der AOK PLUS für alle AOK-PLUS-Versicherten der dem Modellvorhaben beigetretenen Arztpraxis aus dem Verordnungsvolumen herausgerechnet. Hierbei spielt weder die Einstufung des Wirkstoffes im Medikationskatalog eine Rolle, noch die Tatsache, dass eine Wirkstoffverordnung getätigt wurde, noch, ob der Patient eingeschrieben wurde oder nicht.

(Siehe Vertrag, § 1 Gegenstand, Ziele und Stufen des Vertrages, Abs. 5)

Wird auch ein Rabatt-Arzneimittel mit Aut-idem-Kreuz aus dem Verordnungsvolumen herausgerechnet?

Ja. Auch ein durch Substitutionsausschluss (Aut-idem-Kreuz gesetzt) verordnetes Rabatt-Arzneimittel wird vollständig aus dem Richtgrößenvolumen herausgerechnet.

Müssen in einer Gemeinschaftspraxis alle Ärzte an ARMIN teilnehmen?

Nein. Die Teilnahme ist freiwillig und jeder Arzt muss seine Teilnahme an ARMIN selbst beantragen. Die Strukturpauschale gibt es jedoch nur einmal pro Gemeinschaftspraxis, da alle Ärzte einer Praxis in der Regel dieselbe Praxisverwaltungssoftware nutzen und somit die Kosten für die Implementierung der IT-Vertragsschnittstelle und den KV-SafeNet*-Anschluss nur einmal anfallen.

Es muss jedoch jeder Arzt, der an ARMIN teilnehmen möchte, die gemeinsame Informationsveranstaltung zum Modul 3 (Medikationsmanagement) besuchen.

Welche Apotheken können am Modell teilnehmen?

Es können Apotheken mit dem Sitz in Sachsen oder Thüringen teilnehmen, die Mitglied im jeweiligen Apothekerverband sind und die weiteren Teilnahmevoraussetzungen erfüllen. Im Rahmen des Modells ist die Vor-Ort-Betreuung der Patienten unabdingbar. Sogenannte „Internetapotheken“ können daher an ARMIN nicht teilnehmen.

Wo sind die Listen teilnehmender Ärzte und Apotheker einsehbar?

Am rechten Rand der Homepage befindet sich die Rubrik „Suche nach Ärzten und Apotheken“. Dort werden nach entsprechender Auswahl der Suchkriterien, am Modellvorhaben teilnehmende Ärzte und Apotheken angezeigt.

Wie wird der Arzt informiert, welche Medikamente der Apotheker abgegeben hat, da diese sich aufgrund der Rabattverträge i. d. R. aller zwei Jahre ändern?

Die Information, welche Präparate von welchem Hersteller im Einzelnen abgegeben worden sind, trägt der Apotheker für die in ARMIN eingeschriebenen Patienten in dem Medikationsplan ein. Beim nächsten Aufruf der Patientenakte im Praxisverwaltungssystem (PVS) wird der Arzt durch informiert, dass ein aktualisierter Medikationsplan auf dem Server bereitliegt. Nach erfolgtem Herunterladen ist der Arzt über die tatsächlich abgegebenen Präparate informiert. Aktuelle Einträge werden auf dem elektronisch verfügbaren Medikationsplan hervorgehoben dargestellt.