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Häufige Fragen

Allgemeine Fragen

Worin besteht der Nutzen für Patienten?

Alle AOK PLUS-Patienten eines an ARMIN teilnehmenden Arztes werden durch die Wirkstoffverordnung nicht mehr von den verschiedenen Präparatenamen irritiert sondern können sich auf den Wirkstoffnamen konzentrieren, den sie auf der Arzneimittelverpackung wiederfinden. So werden versehentliche Doppeleinnahmen (z.B. Ramihexal, Ramilich, Delix®) vermieden. Durch die in ARMIN geltenden modifizierten Abgaberegelungen können Apotheker bei Arzneimitteln ohne bestehenden Rabattvertrag eine stetige Versorgung mit dem gleichen Präparat sicherstellen, um die Therapietreue zu fördern. Alle AOK PLUS-Patienten eines an ARMIN teilnehmenden Arztes profitieren durch den Medikationskatalog von einer Arzneimitteltherapieempfehlung der höchsten Evidenz.

Alle in das Modellvorhaben eingeschriebenen Patienten profitieren von der erhöhten Zuwendung ihrer betreuenden Ärzte und Apotheken. Eine leitliniengerechte Arzneimittelpriorisierung, Interaktionsprüfungen, intensive Beratungsgespräche zur Arzneimitteltherapie insgesamt und zur Anwendung der einzelnen Medikamente,  sowie die Erstellung und kontinuierliche Pflege eines individuellen Medikationsplanes (einschließlich der Selbstmedikation), gehören zum ARMIN-Standard. Dadurch erhöht sich die Arzneimitteltherapiesicherheit. Die Therapietreue der Patienten steigt.

Kann der an ARMIN teilnehmende Patient seine Rezepte in einer anderen als in der ihn betreuenden Apotheke einlösen?

Mit der Teilnahme an ARMIN bindet sich der Patient an seinen betreuenden Arzt und seine betreuende Apotheke. Er soll darum möglichst immer dieselbe Apotheke aufsuchen, da nur so eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet ist. Das Aufsuchen einer anderen Apotheke, z. B. im Urlaub, bleibt möglich.

Was passiert, wenn die Apotheke den Patienten einschreibt, der vom Patienten vorgesehene betreuende Arzt aber nicht an ARMIN teilnimmt?

Für eine wirksame Patienteneinschreibung werden sowohl eine betreuende Apotheke als auch ein betreuender Arzt (vornehmlich Hausarzt) benötigt, die beide ARMIN-Teilnehmer sind.

Kommt ARMIN ausschließlich für Patienten in Frage, die mindestens fünf Wirkstoffe einnehmen?

Zu beachten ist, dass die Module 1 (Wirkstoffverordnung) und 2 (Medikationskatalog) für alle AOK-Patienten eines an ARMIN teilnehmenden Arztes umgesetzt werden. Für diese Module bedarf es keiner Versicherteneinschreibung.

Voraussetzung für die Teilnahme des Versicherten am Modul 3 (Medikationsmanagement) ist die gleichzeitige Arzneimitteltherapie mit mindestens fünf  Wirkstoffen mit systemischer Wirkung in der Dauermedikation. Dazu zählen nicht:

  • Akuttherapie mit Antiinfektiva oder mit Wirkstoffen zur Behandlung von Schmerzen,
  • Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen mit geringem Risikopotential (z. B. Anthroposophie, Homöopathie, Phytotherapie).

ABER: Der Arzt und Apotheker dürfen auch Patienten mit weniger Medikamenten einschreiben, wenn aus Sicht von Arzt oder Apotheke eine unzureichende, aber beeinflussbare Therapietreue bei Patienten mit mehreren Wirkstoffen in der Dauermedikation vorliegt.

(Siehe Vertrag § 3 Abs. 3)

Darf der Arzt bestimmte Apotheken empfehlen?

Nein, der Patient wählt die Apotheke selbst, denn er soll frei entscheiden.

Darf der Apotheker einen bestimmten Arzt empfehlen?

Nein, der Patient wählt den Arzt selbst, denn er soll frei entscheiden.

Warum können Heimpatienten nicht für das Medikationsmanagement eingeschrieben werden?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, ein Medikationsmanagement auch für Pflegeheime anzubieten. Da Patienten in stationärer Pflege in aller Regel durch das Heimpersonal in der Anwendung ihrer Arzneimittel unterstützt werden, müssen Angebote dies entsprechend berücksichtigen. Die betreuenden Ärzte und Apotheker müssen vor Ort gemeinsam mit dem Pflegepersonal agieren. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hierbei ausschließlich auf der Arzneimitteltherapiesicherheit und nicht wie bei ARMIN auch auf der Verbesserung der Therapietreue. Auch ein Medikationsmanagement in Pflegeheimen ist sinnvoll und Nutzen bringend. Da es sich aber in seiner Ausgestaltung deutlich von dem Konzept in ARMIN unterscheidet, muss es separat entwickelt und umgesetzt werden.

Die Medikamente für Pflegeheimpatienten werden meist durch das Heimpersonal gestellt und über bestehende Versorgungsverträge regelmäßig einer Interaktionsprüfung durch die versorgende Apotheke unterzogen. Somit sehen die Vertragspartner aktuell keinen unmittelbaren Ansatzpunkt zur Verbesserung der Compliance.

Welche Apotheken können am Modell teilnehmen?

Es können Apotheken mit Sitz in Sachsen oder Thüringen teilnehmen, die Mitglied im jeweiligen Apothekerverband sind und die weiteren Teilnahmevoraussetzungen erfüllen. Im Rahmen des Modells ist die Vor-Ort-Betreuung der Patienten unabdingbar. Sogenannte „Internetapotheken“ können daher an ARMIN nicht teilnehmen.

Wo sind die Listen teilnehmender Ärzte und Apotheker einsehbar?

Auf dieser Internetseite finden Sie im rechten Rand eine Suchfunktion über die teilnehmenden Ärzte und Apotheken. So können auch Patienten nachsehen, welcher Arzt bzw. Apotheker an ARMIN teilnimmt.

Wie wird der Arzt informiert, welche Medikamente der Apotheker abgegeben hat, da diese sich aufgrund der Rabattverträge i. d. R. aller zwei Jahre ändern?

Die Information, welche Präparate von welchem Hersteller im Einzelnen abgegeben worden sind, trägt der Apotheker für die in ARMIN eingeschriebenen Patienten auf dem Medikationsplan ein. Beim nächsten Aufruf der Patientenakte im Praxisverwaltungssystem (PVS) wird der Arzt durch das PVS informiert, dass ein aktualisierter Medikationsplan auf dem Server bereitliegt. Nach erfolgtem Herunterladen ist der Arzt über die tatsächlich abgegebenen Präparate informiert. Aktuelle Einträge werden auf dem elektronisch verfügbaren Medikationsplan hervorgehoben dargestellt.