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Häufige Fragen

Fragen zum Medikationskatalog

Welchen Stellenwert hat der Medikationskatalog im Modellvorhaben ARMIN? Stellt der Medikationskatalog eine Positivliste dar?

Weder die Liste der für eine Wirkstoffverordnung geeigneten Wirkstoffe noch der Medikationskatalog stellen eine Positivliste dar! Die Verordnungen des Arztes sind weder auf die dort genannten Wirkstoffe begrenzt, noch ist es ihm verwehrt, in medizinisch begründeten Fällen Wirkstoffe zu verordnen, die im Medikationskatalog als „nachrangig zu verordnen“ kategorisiert sind. Als Orientierungshilfe dient der für das Jahr 2014 gültige Zielwert von 79,9% als Anteil der Standard- und Reservewirkstoffe bezogen auf die Indikationen des Medikationskataloges und gemessen in DDD (definierte Tagesdosen). Dieser Zielwert entspricht dem durchschnittlichen Anteil aller Vertragsärzte in Sachsen und Thüringen im Jahr 2013 bezogen auf die zum Vertragsbeginn gültigen acht Indikationen des Medikationskataloges.

Der Medikationskatalog stellt somit eine Übersicht und Zusammenfassung von jeweils aktuellen Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), der Abschlussberichte des Instituts für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), der Empfehlungen aus den Disease Management Programmen (DMP), den Therapiehinweisen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sowie der G-BA-Beschlüsse zur frühen Nutzenbewertung und der Arzneimittelrichtlinie dar. Der Medikationskatalog wurde von der KBV entwickelt und wird von ihr aktuell gehalten. In den Entwicklungsprozess wurden auch Vertragsärzte aus Sachsen und Thüringen als Reviewer einbezogen, um die fachliche Qualität der Therapieempfehlungen im Medikationskatalog und seine Akzeptanz sicherzustellen.

Entsprechen die Wirkstoffe der Anlage 9 (Wirkstoffverordnung) den Wirkstoffen im Medikationskatalog?

Nein. Es kommt zwar zu Überschneidungen von Wirkstoffen in der Anlage 9 mit Wirkstoffen aus dem Medikationskatalog, aber es handelt sich um zwei unterschiedliche Wirkstofflisten.

Bei den Wirkstoffen in der Anlage 9 handelt es sich hauptsächlich um AOK-Rabattarzneimittel, die als Wirkstoffverordnung im Sinne des Vertrages umgesetzt werden können. In dem Medikationskatalog befinden sich die für die dort enthaltenen Indikationen zugelassenen Wirkstoffe. Diese wurden unabhängig von den gelisteten Wirkstoffen in Anlage 9 festgelegt.