Sie befinden sich hier: ARMIN » Über ARMIN » Aktuelle Nachrichten » Sächsische Gesundheitsministerin besucht
ARMIN-Arztpraxis

Sächsische Gesundheitsministerin besucht
ARMIN-Arztpraxis

01.09.2016
In angeregter Unterhaltung: Axel Stelzner, Anja Leistner, Barbara Klepsch (v. l. n. r.)

In angeregter Unterhaltung: Axel Stelzner, Anja Leistner, Barbara Klepsch (v. l. n. r.)

Um sich zum Stand der Umsetzung der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) zu informieren, besuchte Barbara Klepsch, die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, am 19. August 2016 die Arztpraxis des Allgemeinmediziners Axel Stelzner in Lichtentanne (Landkreis Zwickau).

Axel Stelzner und seine Partnerin auf Apothekerseite, Anja Leistner (Inhaberin der Mariannenapotheke im gleichen Ort), berichteten im gemeinsamen Gespräch von ihren praktischen Erfahrungen im Modellprojekt. Auch konnten sie der Ministerin wichtige Fragen zum Nutzen für den Patienten und zur technischen Funktionalität beantworten.

Fazit der Beteiligten: Bei einer sinnvollen Arbeitsteilung des hochkomplexen Medikationsprozesses bleibt die Therapiehoheit des Arztes erhalten. Der Mehrwert des Modellvorhabens liegt vor allem in der verbesserten Kommunikation zwischen Arzt und Apotheker – und natürlich auch mit dem Patienten.

Der ebenfalls anwesende Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, und der Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbandes (SAV), Thomas Dittrich, berichteten außerdem zum aktuellen Projektstand: Derzeit werden die teilnehmenden Arztpraxen und Apotheken technisch ausgestattet – momentan noch eine große Herausforderung. Hier bedarf es intensiver Unterstützung der Softwarehersteller durch die ARMIN-Vertragspartner, die sich über regelmäßigen Kontakt um eine Beschleunigung bemühen.

Letztendlich geht es aber um das Wohl der Patienten und den ab 1. Oktober 2016 ohnehin laut E-Health-Gesetz geltenden Anspruch auf einen Medikationsplan. ARMIN geht jedoch über die Vorgaben des E-Health-Gesetzes hinaus: Während durch das E-Health-Gesetz zunächst nur der Papierausdruck eines Medikationsplans vorgeschrieben ist, bietet das ARMIN-Modellvorhaben den eingeschriebenen Versicherten außerdem ein strukturiertes, dauerhaftes Medikationsmanagement mit einem permanenten Informations- und Datenaustausch zwischen Arzt und Apotheker. Der Prozessablauf ist klar definiert und baut fachlich auf der Leitlinie Multimedikation auf. Dies ist die erste Leitlinie, welche sich dem Thema der Multimorbidität und der damit verbundenen Multimedikation ganzheitlich widmet.

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch zog im Anschluss an ihren Besuch in der Arztpraxis ein positives Resümee: „Mit dem Medikationsmanagement wurde etwas geschaffen, was bisher im deutschen Gesundheitswesen als kaum realisierbar galt. Arzt und Apotheker können nun auf elektronischem Wege unter Beachtung des Datenschutzes gemeinsam sensible Patientendaten bearbeiten. Das sucht bundesweit seinesgleichen.“