Schritt 3: Der Arzt bewertet die Medikation und ergänzt den Medikationsplan

Auf der Basis des vorläufigen Medikationsplans führt der Arzt eine medizinische AMTS-Prüfung und Bewertung der Medikation durch. Er überprüft, aktualisiert und vervollständigt den Medikationsplan.

Der Arzt führt nun ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Im Rahmen der individuellen Betreuung werden alle Verordnungsentscheidungen mit dem Patienten besprochen und abgestimmt. Inhalte des Gesprächs zwischen Arzt und Patient sind:

Priorisierung der Medikation

  • Für die Priorisierung bei einer Überversorgung können die Leitfragen des sogenannten MAI (Medication Appropriateness Index) und der Fragenkatalog der Leitlinie „Multimedikation“ zu Hilfe genommen werden. Letzterer kann auch im Sinne eines Priorisierungsbogens zur Dokumentation genutzt werden.
  • Zum Erkennen einer Unterversorgung steht mit den sog. START-Kriterien ein Überprüfungswerkzeug zur Verfügung. Die Kriterien zeigen für ältere Patienten typische Situationen auf, in denen eine Anpassung der Arzneimitteltherapie angemessen ist.

Wissensvermittlung über die vorliegenden Erkrankungen, die verordneten Therapien und insbesondere deren individuellen Nutzen
Dies dient in erster Linie dazu, die Therapie- und Einnahmetreue zu steigern und soll ggf. bestehende Ängste, z. B. vor Nebenwirkungen und Vorbehalte bzgl. einer Therapie abbauen.

Bei Bedarf kann der Arzt eine externe universitäre Pharmakotherapieberatung kostenfrei in Anspruch nehmen.


Im Anschluss an das Gespräch überreicht der Arzt dem Patienten das ARMIN-Patiententagebuch. Er komplettiert den Medikationsplan und stellt ihn dem Apotheker zur Verfügung. Ein Informationsaustausch zwischen Arzt und Apotheker erfolgt vor oder nach der Priorisierung.